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Bürgerinitiative für ein humanes Innsbruck -
Information des Gemeinderates
Information des Gemeinderates 10.11.2000
An alle
Mitglieder des
Gemeinderates der Landeshauptstadt Innsbruck
Wie wir den Medien entnehmen, soll bereits in der kommenden Gemeinderatssit-zung am 16.November 2000 über die
weiteren Schritte in Sachen Gondelbahn auf die Hungerburg beraten, möglicherweise auch schon entschieden werden.
Die Hast der Vorgangsweise erscheint in Anbetracht der mehr als mangelhaften Informationen des Projektbetreibers
und des starken Widerstandes in breiten Kreisen der Bevölkerung unverständlich.
Die Bürgerinitiativen "St.Nikolaus/für den Waltherpark, gegen die Gondelbahn" und "Für ein humanes Innsbruck" fordern
deshalb ein Aussetzen der Entschei-dung und die vom Herrn Bürgermeister schon seit Monaten angekündigte
öffentliche Diskussion. Insbesondere ginge es dabei um:
1. das dichte Stahlgerüst mit Masten von 11 bis 15 m Höhe, das die historischen
Stadtteile trennen und die Innlandschaft schwer beeinträchtigen würde,
2. den Waltherpark, die Innpromenade und das Wiesele, die ihren hohen Erho lungswert einbüßen würden,
3. den Weiherburgpark mit der für die Bahn notwendigen Schneise und die un- mittelbar neben der Weiherburg
geplante Mittelstation mit ihrer mächtigen Stahlkonstruktion,
4. den Baumbestand, der sowohl am Innufer wie auch im Weiherburgpark der Trasse zum Opfer fallen würde.
Die Bürger der Stadt sind in dieser Situation besonders darauf angewiesen, dass die von ihnen gewählten
Mandatare im Interesse aller Innsbrucker und nicht ein-zelner Unternehmer handeln.Denn die aus der Entscheidung
des Gemeinderates resultierenden weitreichenden Folgen müßten von eben diesen Bürgern getra-gen werden.
Innsbruck, am 10.11.2000
Für die
Die Bürgerinitiative "St.Nikolaus/für den Waltherpark, gegen dieGondelbahn"
Dr.Viktor Stöllnberger Pia Bernal
Helmuth Walde
Für die Bürgerinitiative "Für ein humanes Innsbruck"
Prof.Paul Flora Prof.Wilfried Kirschl
Dipl.Ing.Josef Menardi Dr.Hans Gschnitzer
zum Anfang
Information des Gemeinderates am 12.7.2000
An die
Gemeinderäte und Stadträte der
Landeshauptstadt Innsbruck
Innsbruck, am 12.7.2000
Da der Bau einer Umlaufgondelbahn auf die Hungerburg vom Betreiber des Projektes Dipl.Ing.Kranebitter jun.
neuerlich in Presse und Rundfunk ins Gespräch gebracht wurde, erlauben sich die Unterzeichneten,
ihre ablehnende Haltung dazu erneut zu bekräftigen und als einzig vernünftige Alternative die
Möglichkeiten einer umfassenden verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Neukonzeption der bestehenden
Hungerburgbahn aufzuzeigen.
- Bereits jetzt ist die Bahn außerordentlich dicht an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.
Die Hungerburgtalstation wird derzeit von sechs Linien- bussen der IVB und der ÖBB sowie von der
Straßenbahnlinie 1 angefahren. Ein Shuttlebus von der Hofkirche mit Zusteigmöglichkeiten beim
Landestheater und Kongreßhaus brächte weitere Verbesserungen für Hungerburg, Alpenzoo und Riesenrundgemälde.
- Der Fahrpreis von der Innenstadt auf die Hungerburg inklusive Zubringer darf mit der Bahn nicht
das Doppelte der Busfahrt (gleichfalls mit Zubringer) kosten.
- Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Fahrt mit der Gondelbahn für die Benützer wesentlich
teurer würde. Darüber hinaus müsste die Stadt alle Fahrten außerhalb der Tourismuszeiten zukaufen.
- Der heutige Fahrplan der Hungerburgbahn von 8.25 Uhr bis 17.10 Uhr entspricht in keiner Weise
den Bedürfnissen der Bevölkerung.
- Durch eine Modernisierung der heutigen Bahn könnte Personal eingespart und die Frequenz wesentlich erhöht werden.
- Nach einer von IG Hoch Innsbruck und den IVB durchgeführten Erhebung würden sich die Kosten
für eine Modernisierung der bestehenden Bahn auf 75 Mio.S belaufen. Bedenkt man auch die Kosten des
im Falle einer Stillle- gung fälligen Abbruches der alten Anlagen, wäre das weniger als ein Drittel
der geschätzten Baukosten der Gondelbahn.
- Die ohnehin längst notwendige Einrichtung eines Kreisverkehrs vor der Talstation und die Bereitstellung
von Parkplätzen im nördlichen Teil der Falkstraße und auf dem südlich anschließenden
noch immer namenlosen Platz würde die derzeitige Verkehrslösung wesentlich verbessern.
- Die heutige Bergstation der Hungerburgbahn weist eine Terrasse mit einem herrlichen Blick auf die Stadt auf.
Die Station der geplanten Gondelbahn wä- re unterirdisch und schaltet damit die Fremdenverkehrsbetriebe auf
der Hungerburg völlig aus.
- Die Modernisierung der Hungerburgbahn lässt das Stadt- und Landschaftsbild völlig unangetastet und
fordert keinen Eingriff in den Baumbestand.
- Bei einer entsprechenden thematisch auf den Alpenzoo hinweisenden Gestaltung des Verbindungsweges zwischen
Hungerburgbahn und Alpenzoo darf die kurze Gehzeit von wenigen Minuten keine Rolle spielen. Auch eine Verkürzung
dieses Weges ist möglich.
Prof.Paul Flora Prof.Wilfried Kirschl
Dipl.Ing.Josef Menardi Dr. Hans Gschnitzer
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